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Überblick - Vorgehensmodelle bei der Digitalen Transformation

Inhaltsverzeichnis

  1. Acht Thesen zur Digitalisierung
  2. 1. Herausforderung annehmen
  3. 2. Altes Wissen „vergessen“
  4. 3. Jugend mit ins Boot holen und von ihnen lernen
  5. 4. Zukunftsstrategie neu formulieren
  6. 5. Lernprojekte aktivieren
  7. 6. Mitarbeiter integrieren
  8. 7. Roadmap entwickeln
  9. 8. Aktivitäten starten
  10. Autoren
  11. Kommentare

Acht Thesen zur Digitalisierung

Die Vorgehensweise, die Methode macht den Erfolg: 

1. Herausforderung annehmen

Kopf aus dem Sand! Der „digitale“ Sturm zieht nicht vorüber! Wir wissen heute, dass Wetter bleibt unbeständig auf eine neue Art, die es so noch nie gab. Heute hat jeder seinen eigenen Sturm zu überstehen. Beispiel gefällig? Die Produktlaufzyklen sind im klassischen Produkt-Portfolio längst unter zwei Jahre gefallen. Im Bereich der digitalen Services liegen wir unter 2 Monaten! Eine Massenfertigung gibt es praktisch nicht mehr. Die Losgrößen in der Produktion werden immer kleiner und individueller. Jedes Produkt wird zu einem Unikat und ist gespickt mit intelligenter Sensorik.

Früher oder später wird jedes Unternehmen zu einem Softwareunternehmen. Klassische Produkte sind nur noch Hilfsmittel zum Datensammeln. Hier wird der Mehrwert der Zukunft erzeugt und nicht mehr in einer riesigen Produktionshalle. 

2. Altes Wissen „vergessen“ 

Das größte Hemmnis einer Veränderung ist die Trägheit der Masse. 

„Das haben wir schon immer so gemacht“! „Unsere Strukturen sind gut“. „Wir haben alles im Griff“! 

Kennen Sie das Problem, wenn sich der Chef immer mehr ins tägliche Geschäft einmischt, statt sich um die Zukunft zu kümmern? Da sollten die Alarmanlagen läuten. Hektik und Stress sind der Tot jeder positiven Entwicklung und ein Zeichen dafür, dass die Übersicht verloren gegangen ist. Daraus entsteht Unsicherheit und Angst. 

Da gibt es nur eine Lösung: Loslassen, Abstand gewinnen, den Rahmen ändern – einfach raus aus dem Karussell und die Verbissenheit ablegen. Es ist erstaunlich, wie weit man plötzlich wieder sehen kann. 

3. Jugend mit ins Boot holen und von ihnen lernen

Wenn wir heute über Netzwerke reden und Vernetzung propagieren, dann denken wir dabei nicht an ein Treffen auf dem Golfplatz oder an den Stammtisch in der Kneipe um die Ecke. Dass muss auch mal sein, aber erst nach der digitalen Vernetzung mittels moderner Kommunikationstools und der Bildung von dynamisch arbeitender Communities. 

Doch viele gestandene Unternehmer sehen das anders. Sie erschreckt die Vorstellung, in virtuellen Räumen am digitalen Kamin Smart Contracts abzuschließen zu müssen. Aber noch schlimmer ist, dass die Angst bei Ihnen umgeht. Sie könnten ihr Gesicht verlieren, wenn sie zugeben müssten nicht mehr zu verstehen, wie die Welt der Jugend heute funktioniert. 

Erst wenn die Patriarchen herabgestiegen sind und auf Augenhöhe mit den Digital Natives eine Kommunikation zulassen, werden wir vorankommen. 

4. Zukunftsstrategie neu formulieren 

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Helmut Schmidt sagte diesen Satz 1980 im Bundeswahlkampf über Willi Brandt. Wer aber seine speziellen Wähler mit Geschenken kapern will, läuft Gefahr, seine eigentlichen Geldgeber (Steuerzahler) aus den Augen zu verlieren. 

In der Wirtschaft läuft es genau anders herum. Ohne klare Orientierung keine Zukunft für die Firma. Je schneller sich der Wandel vollzieht, umso mehr brauchen wir einen emotionalen Bezug zu etwas, wofür es sich lohnt zu arbeiten. Und das ist nicht unbedingt nur klingende Münze. 

Vielmehr geht es zunehmend um mehr persönliche Anerkennung, Sinnhaftigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter! 

5. Lernprojekt aktivieren 

Denken wir an Lernen, dann wird der Begriff oft mit Frontalunterricht, PowerPoint-Folien und Faktenpauken in Verbindung gebracht. Modernes Lernen geht anders. Es ist ein Projekt, integriert in den Tagesablauf, damit Bestandteil der täglichen Arbeit, themenübergreifend und teamorientiert. 

Es geht nicht um Kompromisse oder den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern um die gegenseitige Ergänzung der Kompetenzen mit dem Ziel, die beste Lösung zu finden. 

Spaß, Freude und die zu erreichende Anerkennung sind die eigentlichen Triebkräfte. Es gibt nichts besseres, nichts schöneres, sich selbst als eine kompetente Persönlichkeit in einem Team von Persönlichkeiten zu erleben! 

6. Mitarbeiter integrieren 

Mitarbeiter sind keine Unternehmer. Ihre Aufgabe ist Wertschöpfung zu realisieren nicht vorrangig diese zu organisieren. Eine „sichere“ Arbeitszukunft wollen aber beide Seiten haben. 

Wie also sieht die Arbeitsteilung aus? Veränderung bedarf eines Rahmens, welcher jeden Mitarbeiter einen „sicheren“ Start-Handlungsspielraum gibt.

Wird nur über Zahlen gesprochen und werden nur allgemeine Apelle verfasst (Ihr müsst doch verstehen, dass…), werden viele eine passive Stellung einnehmen und sich einige sogar dagegen stellen. Lieber das behalten, was man hat, statt in eine unbekannte Zukunft gehen. Jobverlust ist nicht zu befürchten.

Veränderung aber bedarf vor allem einer klaren Orientierung, welche immer nur individuell und über die Beziehungsebene miteinander aufgebaut werden kann. 

7. Roadmap entwickeln 

So wichtig die Projektaktivierung ist, so schwierig gestaltet sich die Entwicklung eines „Veränderungs-Fahrplans“. Fünf Punkte sind zu beachten: 

  • Projektmethodik/Methodenkombination
  • Projektstruktur bzw. -organisation 
  • Projektinhalte 
  • Projektreihenfolge 
  • Verantwortlichkeiten  

Veränderung bedeutet immer das Tätigen von Investitionen, erhöhte Arbeitskosten durch Prozessneugestaltung bei gleichzeitig einer geringerer Wertschöpfung und viel Koordinierungsaufwand. 

Daher gelten zwei Regeln: 

  • Nie alles auf einmal verändern, sondern Veränderung lernen 
  • Neue Erkenntnisse müssen auch das Alte punktuell verbessern

Insgesamt ist die Roadmap ein Kunstwerk, welches die intelligente Verbindung zwischen Erneuerung und Ablösung bei gleichzeitiger Kompetenzentwicklung aller Beteiligten schaffen muss. 

8. Aktivitäten starten 

Neudeutsch KickOff genannt! Und es ist auch ein ganz besonderer Termin. Man kann sagen, es beginnt eine neue Zeit. 

Es ist der Tag des Unternehmers. Es ist der Tag der Story, des klaren Statements „von oben“ und des „Never go back“! Es ist der Tag „Der Rede an die Mitarbeiter“, des Mitreißens, der Motivation und der perfekten Selbstvermarktung! 

Wir würden uns über eine rege Beteiligung zu dieser These in den Kommentaren unten freuen. Liegen wir falsch, was ist richtig? Wir sind gespannt. 

Autoren: Dr. Gerd Friese und Nico Thiemer 

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Quellen

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